René Descartes’ berühmter Satz „Ich denke, also bin ich“ macht das Denken zum Fundament des Seins. Damit beschreibt er jedoch vor allem das Ego – das Selbstbild, das sich über Gedanken definiert und Sein mit Denken gleichsetzt.
Jean-Paul Sartre ging einen Schritt weiter: Nicht das Denken selbst, sondern das Bewusstsein, das „Ich bin“ sagt, ist das eigentliche Fundament. Denn ein reines Denken könnte sich seiner selbst gar nicht bewusst werden. Erst das Bewusstsein erkennt: „Da ist ein Denker, der denkt.“ So, wie man im Traum irgendwann bemerkt: „Ich träume gerade.“
Doch noch tiefer reicht die Erkenntnis: „Ich fühle, also bin ich.“
Hier spricht nicht das Ego, sondern die Seele. Sie erkennt das wahre Sein nicht im endlosen Strom der Gedanken, sondern in der unmittelbaren Erfahrung von Empfindung, Nähe, Verbundenheit und Liebe.
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